Unsere Bots: so spielen die Jass-Bots auf wyys.ch

Veröffentlicht am 29. September 2026 · 6 Minuten Lesezeit

Auf wyys.ch kannst du jederzeit gegen den Computer jassen, allein gegen drei Bots oder an einem Tisch, an dem die Bots die freien Plätze füllen. Hier erklären wir, wie unsere Jass-Bots ihre Karten wählen, was die drei Stärken unterscheidet und warum ein Bot nie mehr weiss als ein Mensch auf demselben Platz.

Wann du gegen Bots jasst

Die Bots sind auf wyys.ch keine Notlösung, sondern ein fester Teil des Spiels. Im Solo-Spiel sitzt du mit drei Bots am Tisch. Beim Molotow, der zu dritt bis zu sechst gespielt wird, sind es entsprechend zwei bis fünf. Das ganze Spiel läuft dann in deinem Browser, die Bots eingeschlossen, und es wird dort gespeichert, damit du später weiterspielen kannst.

An einem Tisch mit Freunden spielen die Bots jeden Platz, der noch frei ist. Der Gastgeber kann das Spiel also starten, auch wenn erst zwei Leute da sind, und Freunde, die später dazukommen, übernehmen einen Bot-Platz. Verliert jemand während des Spiels die Verbindung, wartet der Tisch 20 Sekunden. Danach spielt ein Bot für diese Person weiter, bis sie zurück ist, und gibt ihr den Platz dann sofort wieder. So bleibt keine Runde hängen, weil ein Handy den Empfang verloren hat.

Einfach, Normal und Stark

Beim Eröffnen eines Tisches oder eines Solo-Spiels wählst du, wie stark die Bots spielen. Es gibt drei Stufen, und alle drei halten sich selbstverständlich an jede Regel. Sie bedienen, wenn sie müssen, trumpfen nicht unter, wenn es verboten ist, und weisen ihre Weise.

Einfach

Ein Bot der Stufe Einfach spielt nach einer kleineren Auswahl von Faustregeln. Ungefähr bei jeder dritten Karte weicht er absichtlich von der Karte ab, die er für die beste hält. Er macht also Fehler, wie sie auch am echten Tisch passieren. Diese Stufe passt, wenn du den Jass gerade lernst oder einfach gemütlich spielen möchtest.

Normal

Die Stufe Normal spielt solide und kennt die üblichen Gepflogenheiten. Der Bot merkt sich jede gespielte Karte, und er merkt sich auch, wer eine Farbe nicht mehr bedienen konnte. Er wägt ab, ob er einen Trumpf ansagen oder schieben soll, und er spielt seinem Partner in die Hände. Viele seiner Entscheidungen hängen an Gewichten, die wir nicht von Hand eingestellt haben. Sie sind in sehr vielen Partien gelernt, in denen die Bots gegeneinander spielen und die bessere Einstellung jeweils behalten wird.

Im Schieber und im Coiffeur zeigen sich zwei Bots desselben Teams auch an, welche Farben sie halten. Wie sie das tun, stellst du am Tisch ein: mit Verwerfen, mit Anziehen oder gar nicht. Menschliche Mitspieler betrifft diese Einstellung nicht, sie sagt nur, wie die Bots ihre abgeworfenen Karten meinen und lesen. Wo jeder für sich spielt, wie im Differenzler und im Molotow, gibt es keinen Partner und deshalb auch keine Signale. Dort rechnet der Bot mit, was noch an Punkten im Spiel ist.

Stark

Die Stufe Stark kann alles, was Normal kann, und rechnet zusätzlich bei jeder Karte voraus. Ein Bot weiss wie du nur, was er selbst in der Hand hat und was schon auf dem Tisch lag. Wie die übrigen Karten verteilt sind, kennt er nicht. Also spielt er in Gedanken viele mögliche Verteilungen durch. Jede davon passt zu allem, was bisher geschehen ist. Hat ein Gegner zum Beispiel eine Farbe nicht bedient, bekommt er in keiner dieser Verteilungen eine Karte dieser Farbe. Hat jemand beim Weisen ein Vierblatt gezeigt, liegen diese vier Karten in jeder Verteilung bei ihm.

Für jede Karte, die er spielen darf, spielt der Bot die Runde in diesen Verteilungen sehr oft bis zum Ende durch und schaut, welche Karte seinem Team im Durchschnitt am meisten bringt. Fachleute nennen das eine Suche über Informationsmengen, auf Englisch Information Set Monte Carlo Tree Search. Einfacher gesagt: Der Bot überlegt, was die anderen haben könnten, und wählt die Karte, die in den meisten dieser Fälle gut ausgeht. Im Differenzler rechnet er dabei nicht auf möglichst viele Punkte, sondern auf die Zahl, die er angesagt hat. Im Molotow rechnet er auf möglichst wenige.

Ist Stark wirklich stärker?

Wir versprechen nur, was wir messen. Zu unseren Tests gehört eine Reihe von Partien, in denen die Stufen im Schieber gegeneinander antreten. Jede Verteilung wird dabei zweimal gespielt, einmal mit vertauschten Plätzen, damit das Kartenglück wegfällt und nur das Spiel der Bots zählt. Die Tests verlangen, dass jede Stufe über viele hundert solche Runden mehr Runden gewinnt und im Schnitt mehr Punkte macht als die Stufe darunter. Eine Änderung an den Bots, die das nicht mehr schafft, besteht diese Tests nicht.

Wie stark ein Bot im Vergleich zu einem Menschen spielt, haben wir nicht gemessen, und deshalb behaupten wir dazu auch nichts. Gute Jasserinnen und Jasser werden einen Bot immer wieder mit einer klugen Karte überraschen. Die Stufe Stark soll für sie trotzdem ein ernsthafter Gegner sein.

Ein Bot sieht nie deine Karten

Ein Bot bekommt genau das zu sehen, was ein Mensch auf seinem Platz sehen würde: seine eigenen Karten, die Karten auf dem Tisch, die gezeigten Weise und den Spielstand. Die Karten der anderen Plätze bekommt er nie. Das ist nicht bloss eine Absicht, sondern so gebaut: Der Bot erhält vom Spiel dieselbe Sicht auf den Tisch wie ein menschlicher Spieler, und unsere Tests prüfen, dass in dieser Sicht keine fremde Hand steckt. Wenn ein Bot also genau die richtige Karte spielt, hat er richtig gerechnet und nicht geschummelt.

Wo die Bots rechnen

Im Solo-Spiel rechnen die Bots in deinem eigenen Browser, in einem Hintergrundprozess, damit die Seite dabei flüssig bleibt. An einem Tisch mit Freunden ist es etwas anders, und das wollen wir offen erklären. Der Server, auf dem die Tische laufen, hat für jeden Schritt nur sehr wenig Rechenzeit. Für eine gewöhnliche Karte reicht das, für das Vorausrechnen der Stufe Stark aber nicht. Darum schickt der Server diese Rechenaufgabe an den Browser eines Spielers am selben Tisch. Dieser Browser rechnet im Hintergrund und schickt nur die gewählte Karte zurück.

Für diese Aufgabe bekommt der Browser die Karten des einen Platzes, den der Bot spielt, und keine anderen. Er zeigt sie nirgends an, und sie werden verschleiert übertragen. Spielt der Bot gerade für jemanden, der die Verbindung verloren hat, sind es die Karten dieses Platzes. Die Aufgabe geht zuerst an den Browser des Partners, der mit dem Bot in derselben Partei spielt. Jede zurückgeschickte Karte prüft der Server nach den Regeln wie jeden anderen Zug. Genau so steht es auch in unserer Datenschutzerklärung.

Braucht ein Browser zu lange, wartet der Tisch und gibt die Aufgabe nach ein paar Sekunden zusätzlich an einen anderen Browser. Heimlich eine schwächere Karte zu spielen, kommt nicht in Frage. Ein Bot spielt immer so stark, wie seine Stufe es verspricht. Nur wenn wirklich niemand mehr rechnen kann, spielt er ausnahmsweise die einfache Karte, damit das Spiel nicht stehen bleibt.

Welche Stufe passt zu dir

  • Einfach passt, wenn du die Schieber-Regeln gerade lernst oder mit Kindern spielst.
  • Normal passt für die gewöhnliche Runde am Abend. Die Bots spielen sauber und halten sich an die üblichen Zeichen.
  • Stark passt, wenn du gefordert werden willst. Diese Bots rechnen bei jeder Karte voraus, bevor sie spielen.

Die Stufe gilt für alle Bots am Tisch, und im Solo-Spiel kannst du sie vor jedem neuen Spiel ändern. Wie die ganze Seite funktioniert, liest du im Artikel So funktioniert das Jassen auf wyys.ch, und wer gleich spielen will, nimmt den kurzen Weg über Jassen gegen den Computer.

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